Vereinbarung zur Zusammenarbeit mit Amo – Braunschweig Postkolonial e.V.

Die unterschriebene Vereinbarung sowie der ausgefüllte Fragebogen in der PDF-Datei sind für eine Zusammenarbeit verpflichtend. Wir empfehlen beides vor einer Workshopanfrage zu lesen und uns mit der Anfrage per Email zukommen zu lassen.

Download der Vereinbarung und des Fragebogens:

Vorabinformation und Guidelines zur Zusammenarbeit
Einleitung:
Wir als Team von Amo – Braunschweig Postkolonial e.V. sind ein rassismuskritisches,
basisdemokratisches Kollektiv, welches entsprechend arbeitet. Damit unsere künftige
Zusammenarbeit möglichst reibungslos gelingen kann, bitten wir, dass die hier aufgeführten Guidelines gelesen werden und ihnen zugestimmt wird. Bei Fragen dazu, unterstützen wir gern. Die aufgeführten Punkte beziehen sich hauptsächlich auf Workshopanfragen. Sollte Interesse an einem anderen Format wie bspw. Vortrag, Podiumsteilnahme, Beratungsgespräch, Awarenessbegleitung o.ä. bestehen, sind einige Punkte irrelevant bzw. haben eine andere Gewichtung, auch hier beraten wir gern.


Organisation und Struktur:
Wir sind ein Kollektiv, dessen Team unterschiedlichen gesellschaftlichen Positionen angehört. Wir haben den Anspruch jeden Workshop mit weiß-positionierten Menschen wie auch Personen of Color zu besetzen, um den verschiedenen Lebensrealitäten und Erfahrungen mit Rassismus gerecht zu werden und sie zu repräsentieren. Daher können Anfragen ausschließlich mit mindestens zwei Teamenden besetzt werden.
Unsere Teamenden kommen aus unterschiedlichen beruflichen Kontexten und engagieren sich größtenteils ehrenamtlich und nebenberuflich. Dies bedeutet, dass wir keine feste Bürostelle haben, die sich ausschließlich um Anfragen und Nachrichten kümmert, sondern dass wir Eingehendes im uns möglichen Zeitraum bearbeiten.
Unsere Arbeitssprache ist Deutsch, auf Anfrage können wir auch Englisch anbieten.
Um eingehende Anfragen möglichst schnell und gründlich beantworten zu können, ist es notwendig den Fragebogen auszufüllen. Aufgrund der hohen Nachfrage können wir in drei Monaten Vorlauf Anfragen annehmen.


Öffentlichkeitsarbeit:
Wenn Sie mit uns zusammenarbeiten, möchten wir das auf unserer Homepage teilen. In unserer Anfragencheckliste befindet sich ein entsprechendes Feld. Wir freuen uns, wenn unsere Arbeit in Berichten, Social Media Posts etc. erwähnt wird und
genehmigen dies gerne, unter der Bedingung, dass wir die zu veröffentlichenden Texte im Vorfeld zur Abnahme und anschließender Freigabe erhalten. Wichtig ist insbesondere, dass wir keine Erwähnung von Amo – Braunschweig Postkolonial e.V. in Texten mit Rassismus reproduzierender Sprache tolerieren.


Sprache:
Sprache ist ein macht- und wirkungsvolles Instrument, besonders im Kontext von Rassismus. Wir behalten uns vor, bei verletzender Sprache dafür Sorge zu tragen, unsere Teamenden und Teilnehmende of Color zu schützen. Ebenso wichtig ist, dass nicht-anwesende Gruppen geschützt sind. Wir dulden keine rassistische, homo-/trans-/ feindliche, ableistische, sexistische etc. Sprache. Dabei helfen wir gerne auf der Suche nach solidarischen Worten, denn darum geht es auch: gemeinsam sprachlich sensible Räume für alle zu gestalten.
Dazu ein gutes Glossar.


Safer Space für von Rassismus betroffene Menschen (BIPoC):
Safer Spaces sind sicherere Räume, in denen von Diskriminierung betroffene Menschen
untereinander Empowerment erfahren. Es geht um den Austausch über Erfahrungen im Umgang mit Rassismus, das Teilen neuer Perspektiven und Strategien, aber auch darum einen Ort des offenen und unzensierten Zuhörens zu schaffen. Gerade in gemischten Gruppen ist es lohnenswert, während der Veranstaltung einen Safer Space einzurichten, in dem die Gruppen für eine Zeit getrennt und mit unterschiedlichen Methoden und Ansätzen arbeiten.


Erwartungen:
Ein Workshop mit uns bedeutet nicht, dass danach der rassismuskritische Prozess abgeschlossen ist. Unsere Workshops haben eine Mindestdauer von 5 Zeitstunden. In dieser Zeit stoßen wir Prozesse an, initiieren Haltungsansätze und richten gemeinsam den Blick auf weitere Strategien, die auf die jeweilige Gruppe zugeschnitten sind. Es empfiehlt sich Folgeworkshops einzuplanen, um den Prozess zu begleiten und gemeinsam zu evaluieren. Ein offener Dialog und eine aneinander interessierte Grundhaltung unserer Teamenden und der Gruppe ist Grundvoraussetzung für eine gelingende Zusammenarbeit. Aus diesem Grund wird auch eine positive Bereitschaft zur Mitarbeit und eine durchgehende Teilnahme an unserem Angebot vorausgesetzt. Wichtig ist hier zu betonen, dass rassismuskritische Bildungsarbeit eine
klare Haltung erfordert, die wir nicht zugunsten eines vermeintlichen Harmoniebedürfnisses ablegen werden. Hierbei ist stets der solidarische Blick für Betroffene im Fokus. Strategien des Whataboutism, also des bewussten Verschiebens des geführten Diskurses in themenfremde Felder, behalten wir uns vor zu benennen. In unseren Angeboten geht es nicht um die Diskussion von Rassismustheorien. Rassismus ist keine persönliche Meinung von Nicht-betroffenen und wird nicht als individuelles Denken betrachtet. Denn die individuelle und gesellschaftlich strukturelle Verschränkung von Rassismus stehen in ständiger Wechselwirkung zueinander und
gestalten Lebensrealitäten aller Menschen.


Workshopräume und Materialien:
Für die Durchführung der Workshops benötigen wir einen abgeschlossenen Raum, in dem alle Teilnehmenden in einem Stuhlkreis platz finden. Eine ausreichende Belüftungsmöglichkeit setzen wir voraus. Falls es einen Safer Space geben soll, bedarf es eines zweiten Raumes. Eine Tafel, Smartboard oder Flipchart inkl. Papier sowie Beamer, Tonausgabe wie Boxen und Projektionsfläche (bspw. weiße Wand) sollten vorhanden sein. Der Raum darf nicht durch andere Gruppen gestört werden. Stifte und Papier bringen sich die Teilnehmenden zu Gunsten der Hygiene selbst mit. Desinfektionsmittel bitten wir vor Ort zur Verfügung zu stellen. Etwaige weitere Materialien bringen wir mit. Falls es nicht möglich ist, uns einige Materialien zur Verfügung zu stellen, sagen Sie rechtzeitig Bescheid.


Zugänge und Barrierefreiheit:
Für wen buchen Sie uns? Was benötigt die Gruppe, um an unserer Veranstaltung teilnehmen zu können? Wir wünschen uns, dass Sie dafür Sorge tragen, dass Sie die nötigen Voraussetzungen für die Teilnehmenden schaffen. Das bedeutet das im Blick haben der Bedarfe für bspw. be_hinderte Menschen, Übersetzungen, Kinderbetreuung außerhalb der regulären Arbeitszeit, Lohn- oder Stundenausgleich. Die rassismuskritische Auseinandersetzung ist oftmals nur ein freiwilliges Randthema, welches privates Engagement erfordert und dennoch von Institutionen gerne konsumiert wird. Damit die Expertise der Mitarbeitenden, die sich damit beschäftigen auch entsprechend wertgeschätzt wird, ist es unumgänglich Gruppen zu stärken, die durch Strukturen sonst nicht teilnehmen könnten, da sie bspw. am Wochenende keine Kinderbetreuung gewährleisten können.


Interne vor externen Workshops:
Gerne bieten wir im Rahmen von Festivals, Veranstaltungsreihen, Tagungen etc. unsere
Workshops an. Wir erwarten, dass bevor wir für öffentliche Veranstaltungen gebucht werden, im Vorfeld mindestens ein institutionsinterner Workshop stattfindet.


Digitale Formate und Workshops:

Bei digitalen Workshops liegt die technische Verantwortung und Bereitstellung geeigneter Videochatplattformen auf Seiten der Anfragenden. Bei der Durchführung haben sowohl die Auftraggebenden als auch mindestens ein Mitglied unseres Kollektivs entsprechende Host-/Moderationsrechte. Vor der Veranstaltung dient ein vorbereitendes Treffen zur Klärung von Fragen bezüglich Technik und Moderation.
Wir erwarten bei Online-Veranstaltungen, dass alle mit angeschalteter Kamera und
funktionsfähigem Mikrofon teilnehmen.

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