Amos Erbschaft

Seit Mitte 2020 sind wir ein aktiver Teil des Bündnisprojekts Anton Wilhelm Amo Erbschaft.

Anton Wilhem Amo (ca.1703 – ca.1784) wurde als Kind aus dem heutigen Ghana nach Europa verschleppt und dort an den Herzog Anton Ulrich von Braunschweig und LüneburgvWolfenbüttel „verschenkt“, an dessen Hof er seine gesamte Jugend verbrachte. Amo erhielt umfassenden Zugang zu Bildung, was als Teil frühaufklärerischer sozialer „Experimente“ begriffen werden kann, die zum Ziel hatten, die intellektuellen Potentiale Schwarzer Menschen zu ergründen. Er vermochte es an den Universitäten Halle und Wittenberg Philosophie, Recht und Medizin zu studieren, wurde im Jahr 1734 promoviert und unterrichtete schließlich ab 1736 als Privatdozent an der Universität Halle und später Jena.

Der Name Anton Wilhelm Amo hat besonders in Deutschlands anti-kolonialer Bewegung eine große Bedeutung. Er steht für den über 20-jährigen Kampf für die erfolgreiche Umbenennung der Berliner „M*Straße“, eine Bezeichnung die Schwarze Menschen degradiert.

Anton Wilhelm Amo steht für das Thema Selbstbestimmung und Autonomie. Zugleich verbindet man mit seinem Namen die kritische Auseinandersetzung mit Fremd- und Selbstbezeichnungen von marginalisierten Gruppen in Deutschland, die schon lange Teil der deutschen Gesellschaft sind: Schwarze Menschen. Das Bündnis Anton Wilhelm Amo Erbschaft hat das Ziel Amo´s Leben und Wirken sichtbarer zu machen und an seinem Beispiel auf marginalisierte Identitäten, marginalisierte Geschichten und marginalisierte Vorbilder in Deutschlands Erinnerungskultur aufmerksam zu machen.

Dies soll mit verschiedensten Projekten auf allen Ebenen gelingen:

• Es geht um eine überregionale und internationale Erinnerungskultur z.B. durch Gedenktafeln und Sichtbarmachung in der Kulturlandschaft. Sowohl in Deutschland als auch in Ghana.

• Die Lebensstationen Amos werden bereits teilweise durch die regionalen Stadtrundgänge unserer Kooperationspartner*innen bekannter gemacht. Wir wollen diese Arbeit durch einen digitalen überregionalen und länderübergreifenden Stadtrundgang (Audio Walk), welcher sich von Wolfenbüttel bis nach Halle erstreckt, erweitern.

• Schulische Bildung zu Schwarzer deutscher Geschichte soll durch Unterrichtskonzepte und Schulmaterialien mit regionalem Bezug und die Initiierung von internationalen und nationalen-überregionalen Schulpartnerschaften und Lehrer*innenaustausch (ggf. auch digital) gefördert werden.

• Zudem soll eine digitale Bibliothek ins Leben gerufen werden um Amos Werk und Sekundärliteratur international, insbesondere auch in Afrika, für alle zugänglich zu machen

• Forschung und Vernetzung soll durch ein internationales Symposium an Partneruniversitäten in Ghana (Legon. Cape Coast), Niedersachsen (Hildesheim, Lüneburg), Sachsen-Anhalt (Halle), Thüringen (Jena) Baden-Württemberg (Freiburg, Stuttgart) und Niederlande (Amsterdam) zum 270. Geburtstag Amos (2023) stattfinden.

Projektteam: Initiative Decolonize Niedersachsen in Kooperation mit bzw. Unterstützung von: Antidiskriminierungsberatung Lüneburg (Landkreis Lüneburg/diversu e.V.), Amo-Braunschweig Postkolonial e.V., LASO (Leuphana African Students Organization) Lüneburg, Decolonize Hannover, Decolonize Jena, Aktionsbündnis Anton Wilhelm Amo Halle/Saale, göttingen postcolonial, halle postcolonial, ASA-FF e.V., ISD Stuttgart e.V., ISD Hannover, Africa Centre for Transregional Research (ACT) im Arnold-Bergstraesser-Institut an der Universität Freiburg, Black History BadenWürttemberg, MIASA (Maria Sibylla Merian Institute for Advanced Studies in Africa) an der University of Ghana, Graduiertenkolleg „Performing Sustainability. Cultures and Development in West-Africa“ an der Universität Hildesheim, Act for Change Ghana und John Amoateng Kantara

Link zur Website des Bündnisses

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